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Wie Kommunen von Erneuerbaren Energien profitieren

Beitrag

Die Energiewende geht nicht von Berlin aus. Vielmehr liegt es in ihrem Wesen, dass sie überall und vor Ort stattfindet – in Städten und Gemeinden wie auch in ländlichen Regionen. 

Deshalb fällt Ihnen, als kommunalen Verantwortlichen, eine bedeutende Rolle zu. Und zwar nicht nur als Genehmiger: durch gesetzliche Regelungen, moderne Beteiligungsmodelle sowie regionale Wertschöpfungseffekte kann Ihre Gemeinde direkt Vorteile aus Erneuerbare-Energien-Projekten schöpfen. 
Gerade Windparks und Photovoltaik-Freiflächenanlagen leisten dabei einen großen Beitrag zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit; und bieten Kommunen darüber hinaus erhebliche wirtschaftliche Chancen. 

Kennen Sie die Möglichkeiten, wie Sie als Gemeinde die Vorteile der Energiewende auf Ihre Seite holen?

Förderung vom Bund

Sie hätten als Kommune gerne mehr Mittel für Schulen, Kindergärten, Infrastruktur, Vereinsförderung oder Klimaschutz? 

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verschafft Ihnen die Möglichkeit dazu. Paragraf 6 des EEG 2023 legt die Grundlage, um Kommunen finanziell an Wind- und Solarprojekten zu beteiligen. 

Betreiber von Windenergie- und Freiflächen-Photovoltaikanlagen können ansässigen Gemeinden Zahlungen von bis zu 0,2 Cent pro eingespeister Kilowattstunde anbieten.

Planbare Einnahmen

Größere Wind- und Solarparks spülen dadurch während der Laufzeit von zwanzig und mehr Jahren beträchtliche, planbare Einnahmen in Ihre kommunale Haushaltskasse:

Wind

Bei Windparks profitieren alle Gemeinden innerhalb eines Radius von 2,5 Kilometern um die Anlage anteilig von den Zahlungen.

Solar

Bei Solarparks erhalten diejenigen Kommunen Einnahmen, auf deren Gebiet sich die Anlage befindet.

Länder fordern Teilhabe

Viele Bundesländer gehen inzwischen noch einen Schritt weiter: während Paragraf 6 des EEG auf Bundesebene freiwillig ausgestaltet ist, verpflichten zahlreiche Länderbeteiligungs-Gesetze Projektierer dazu, Kommunen finanziell teilhaben zu lassen. 

Besonders bei neuen Wind- und Solarprojekten entstehen dadurch verbindlichere Beteiligungsstrukturen. Wie diese konkret ausgestaltet sind unterscheidet sich zwar je nach Bundesland, das Ziel ist jedoch überall dasselbe: die Menschen vor Ort sollen direkt von der Energiewende profitieren. 

Für Ihre Kommune bedeutet das mehr Planungssicherheit und zusätzliche Einnahmequellen – unabhängig von klassischen Fördermitteln oder kommunalen Umlagen.

Gerade in Zeiten knapper Kassen und (drohender) Haushaltssperren bieten die Erneuerbaren den Kommunen eine Einnahmequelle, die in den meisten Fällen auch bei den Kommunen verbleibt (Stichwort: Haushaltssicherungskonzept).

Gewerbesteuer sichern

Ein oft unterschätzter Vorteil von Erneuerbare-Energien-Projekten sind die Gewerbesteuereinnahmen. 

Seit einer Reform der Gewerbesteuerzerlegung wird ein erheblicher Teil der Gewerbesteuer gezielt an die Gemeinden verteilt, in denen die Anlagen tatsächlich stehen. Dadurch verbleibt mehr Wertschöpfung dort, wo die Infrastruktur bereitgestellt wird und die Energiewende sichtbar stattfindet:
- Sind Sie Gemeindevertreter in einer strukturschwächeren oder ländlichen Region können diese zusätzlichen Steuereinnahmen langfristig Ihren kommunalen Haushalt stabilisieren.

- Stehen Sie einer Gemeinde mit begrenzten Industrie- oder Gewerbeflächen vor, erhalten Sie neue wirtschaftliche Perspektiven, wie der nächste Abschnitt zeigt.

Regionale Wertschöpfung

Erneuerbare-Energien-Projekte erzeugen mehr als nur sauberen Strom. Sie schaffen regionale Wertschöpfung entlang der gesamten Projektkette: 

- Planung und Genehmigung
- Bau- und Infrastrukturmaßnahmen
- Netzanschluss
- Wartung und Betriebsführung
- Dienstleistungen regionaler Unternehmen
- Verpachtung kommunaler oder privater Flächen 

Studien zeigen, dass Kommunen durch den Ausbau erneuerbarer Energien erhebliche wirtschaftliche Impulse erhalten – von zusätzlichen Arbeitsplätzen bis hin zu steigenden Einnahmen lokaler Unternehmen. 

Insbesondere ländliche Regionen können sich hier ein Stück vom Kuchen sichern, so dass Investitionen nicht wieder nur in Ballungszentren stattfinden, sondern direkt vor Ort wirken: Handwerksbetriebe, Bauunternehmen, Dienstleister und  Energieversorger werden aktiv in die Projekte eingebunden.

Akzeptanz durch Teilhabe

Die Erfahrung vieler Projekte zeigt: Wenn die Bürgerschaft wirtschaftlich beteiligt wird, steigt die Akzeptanz für Wind- und Solarprojekte deutlich. Die Energiewende wird nicht als externe Belastung wahrgenommen, sondern als gemeinsame Chance für die Region. Finanzielle Beteiligung – und die damit einhergehende Abstimmung innerhalb der Gemeinschaft – schafft Transparenz, Vertrauen und Identifikation mit den Projekten.

Weitere Optionen

Wenn Sie auf diese Weise erst einmal tiefer eingestiegen sind, eröffnen sich Ihnen noch weitergehende Modelle wie:

1.

Bürgerenergiegesellschaften

2.

Regionale Stromangebote

3.

Kommunale Beteiligungen

Lokale Energieversorgung

Und Sie müssen auch nicht länger ohnmächtig zusehen, wie internationalen Krisen, geopolitische Entwicklungen und fossile Energieimporte Ihre Energiepreise und Versorgungslage beeinflussen.

Denn neben den wirtschaftlichen Vorteilen verbessern Erneuerbare-Energien-Projekte auch die Versorgungssicherheit. Wind- und Solarparks

- stärken die regionale Energieversorgung,
- reduzieren die Abhängigkeit von importierten Energieträgern,
- sorgen für eine stabilere und langfristig kalkulierbare Stromerzeugung. 

In Verbindung mit modernen Stromnetzen, Speichern und intelligenten Energiesystemen entsteht Schritt für Schritt eine resilientere Energieinfrastruktur.

Als Bürgermeister erhöhen Sie so nicht nur die Versorgungssicherheit für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen, sondern machen den Standort auch attraktiver für Gewerbe und Industrie.

Energiewende als Chance

Fazit

Erneuerbare-Energien-Projekte sind nicht nur reine Infrastrukturvorhaben. Die Energiewende wird zu einem strategischen und wirtschaftlichen Standortfaktor für viele Regionen Deutschlands.

Beteiligung und Motivation
Paragraf 6 EEG, Landesbeteiligungsgesetze, Gewerbesteuereinnahmen und regionale Wertschöpfung machen es möglich, dass Kommunen direkt vom Ausbau erneuerbarer Energien profitieren. 

Wirtschaftsmotor
Und die Energiewende aktiv mitgestalten heißt: es lassen sich Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung und kommunale Finanzierung sinnvoll miteinander verbinden.

Konktakt

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